... denn offensichtlich ist Erasmus von Rotterdam der Meinung, dass törichtes Verhalten zum Menschsein dazu gehört.
Der Mensch ist eben nicht nur ein Vernunftwesen, sondern ebenso ein triebhaftes.
Nur wird unser triebhaftes oder törichte Verhalten nie gelobt.
Warum auch, könnte man denken.
Warum nicht, fragt Erasmus von Rotterdam und schreibt 1509 mit dem „Lob der Torheit“ ein sehr amüsantes Buch. Hier verteidigt er das närrische Verhalten der Menschen: „Töricht sein, heißt Mensch sein“. Nebenbei kritisierte er die Obrigkeit und die Kirche und wie zu erwarten, kommt das Buch schnell auf den Index der verbotenen Bücher.
Vielleicht wurde es ja auch deshalb zu einem der meistgelesenen Bücher seiner Zeit. Es wurde noch zu seinen Lebzeiten in etliche Sprachen übersetzt, heimlich gedruckt und nicht ohne Risiko verkauf.
Der Maler Hans Holbein war mit Erasmus befreundet und hat in ein Exemplar kleine Zeichnungen gemacht, die bis heute mitgedruckt werden.
Auch diese Zeichnungen haben mich auf die Idee gebracht, aus der Geschichte einen Film zu machen. (Ein wahrhaft törichtes Projekt)
Um alles zu ermöglichen, habe ich das Drehbuch gekürzt und in 13 Kapitel unterteilt. Man kann diese Kapitel einzeln anschauen, dann dauern die Filme um die drei Minuten. Sie können den Film auch in einem Rutsch mit kleiner Pause schauen, dann dauert er 36 Minuten. Sie können auch das Original lesen. Das dauert dann noch etwas länger.
Der ganze Film in 36 Minuten.
Die Göttin der Torheit stellt sich vor und erklärt dem Publikum, warum Sie eine Rede hält.
Die Torheit beschwert sich über die Undankbarkeit der Menschen und zeigt auf, warum wir sie alle brauchen.
Dass die Menschen sich töricht verhalten können wenn sie verliebt sind, kommt hier zur Sprache.
Die Torheit zieht sich durch das ganze Leben. Von der Wiege bis zur Bahre bleibt sie doch das einzig Wahre.
Alter schützt vor Torheit nicht.
Närrisch kann man in jedem Alter sein.
Was würdet ihr aber sagen wenn ich euch zeige, dass ich die Quelle der Freundschaft, der Liebe, der Ehe, und jeder guten Beziehung bin.
Die Eigenliebe ist bei weitem das vorzüglichte Geschenk von allen.
Die Schmeichelei ist die Schwester der Eigenliebe. So wie die Eigenliebe sich selbst liebkost so liebkost die Schmeichelei die anderen.
Erasmus von Rotterdam ist ein überzeugter Pazifist. Wenn an dieser Stelle der Krieg scheinbar verherrlicht wird, so ist das als Kritik zu verstehen.
Das Verstandesmenschen oft von anderen Menschen nicht verstanden werden ist Thema dieses Kapitels.
Das die Klugheit ihren Ursprung in der Torheit ist eine steile These und thema dieses Kapitels.
Wie schwer das Leben sein kann weiss wohl jeder. Die Torheit bietet sich als Helferin in der Not an.
Das Glück, so sagt die Torheit macht das Leben erst lebenswert. Natürlich ist es Ihr Verdienst, denn ohne Torheit kein Glück.